Zwischenstopp in Abu Dhabi
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Zwischenstopp in Abu Dhabi

gepostet in Geschichten, Naher Osten | 2

Der obligatorische Zwischenstopp auf meiner Heimreise von Sydney nach Deutschland entfiel auf Abu Dhabi. Da ich dort noch nie war, organisierte ich mir meine Flüge so, dass ich einen kompletten Tag in Abu Dhabi hatte und somit auch ein wenig die Stadt erkunden konnte.

Als ich in den frühen Morgenstunden landete, war es bereits brütend heiß. Obwohl ich gerade aus dem nicht gerade arktischen Australien kam, war ich mit der Hitze doch etwas überfordert. Die Wartehalle des Flughafens war aber zum Glück angenehm klimatisiert.

Ich versuchte mich erstmal ein wenig zu orientieren und die vielen Taxifahrer abzuwimmeln, die mich zu „Sonderkonditionen“ in die Stadt fahren wollten. Erstaunlicherweise interessierte sich niemand außer mir für den Stand der Touristeninformation. War ich vielleicht der einzige Tourist hier? Leider interessierten sich auch die beiden Bediensteten der Touristeninformation nicht wirklich für mich. Mit etwas Mühe entlockte ich ihnen eine Übersichtskarte der Stadt und die Informationen zum öffentlichen Bus, der mich in die Stadt bringen sollte.
Da die Bushaltestelle natürlich außerhalb des Flughafengebäudes lag, musste ich wohl oder übel raus in die Hitze. Wenn es jetzt gegen 8 Uhr bereits so warm war, wie sollte das erst um die Mittagszeit herum werden?

Während ich auf den Bus wartete, studierte ich die Karte und legte mir eine kleine Route zurecht. Plötzlich bat mich jemand, auch mal einen Blick auf die Karte werfen zu dürfen. Er stellte sich als Däne heraus, der genau wie ich einen Zwischenstopp in Abu Dhabi machte. Wir beschlossen, gemeinsam in die Stadt zu fahren. Die Busfahrt verging durch das Gespräch wie im Flug. Wenn ich mal aus dem Fenster sah, konnte ich überwiegend neue Gebäude erkennen, die in vielfältiger und moderner, aber auch sehr willkürlicher Architektur im Wüstensand standen. Fußgänger sah man so gut wie kaum, aber dafür herrschte dichter Autoverkehr.

Wir stiegen an der Endstation aus und beschlossen, zuerst einmal frühstücken zu gehen. Ein Blick auf die Karte verriet uns, dass es eine Art Strandpromenade an der Küste geben sollte, wo wir auch einige Restaurants vermuteten. Als wir in die entsprechende Richtung liefen, wurde uns schon nach wenigen Metern unser Fehler bewusst: Der Schweiß begann, unsere Körper in Strömen herunter zu rinnen. Und natürlich begegneten wir nur sehr wenigen Menschen.

Doch letztlich fanden wir ein Restaurant, genehmigten uns ein leckeres Frühstück und saßen dabei sogar draußen (allerdings gut behütet von mehreren Sonnenschirmen). Anschließend trennten sich unsere Wege allerdings. Ich genehmigte mir eine Stadtrundfahrt in einem dieser Busse, wo man beliebig oft ein- und aussteigen kann. Glücklicherweise war auch dieser klimatisiert. Und sogar mit deutschem Audiokommentar.
So erfuhr ich einiges über Abu Dhabi und die Vereinigten Arabischen Emirate. Vor allem die rege Bautätigkeit, die überall zu sehen war, wurde ausführlich erklärt. Mein Interesse, an einem der zahlreichen Stopps auszusteigen und die Baustellen zur erkunden, hielt sich allerdings auf Grund der Hitze sehr in Grenzen.

Doch letztlich hielt der Bus an der Endhaltestelle und der Fahrer informierte uns, dass der nächste Bus erst in 45 Minuten die Route fortsetzen würde. Eine Dreiviertelstunde in der prallen Sonne war keine schöne Aussicht und so flüchtete ich mich in den nahen Einkaufstempel, wo ich die Zeit damit totschlug, mich darüber zu wundern, was die Leute alles so nach Hause schleppten.

Als die Fahrt dann weiterging, hatte ich mir auch ein Ziel auserkoren, an dem ich unbedingt aussteigen wollte: Die große Scheich-Zayid-Moschee, eines der größten Gotteshäuser des Islam. Sie lag etwas außerhalb des Zentrums und wirkte bereits aus einiger Entfernung riesig. Und so erkundete ich in der Folge mehrere Stunden lang die Moschee. Auch hier gab es einen sehr guten Audioguide in deutscher Sprache, der allerlei Informationen bereithielt. Trotz der Hitze erforschten gemeinsam mit mir noch weitere Touristen das Gelände.

War die Moschee bereits von außen sehr beeindruckend, so erwies sich der Innenraum als mindestens ebenbürtig. Für mehrere tausend Gläubige ausgelegt, war er natürlich entsprechend groß. Und beherbergte neben riesigen Kronleuchtern auch einen der größten Teppiche der Welt.

Am Ende der Tour war ich allerdings auch ziemlich erschöpft und freute mich auf den klimatisierten Bus, der mich wieder zurück in die Stadt brachte. Leider blieb mir jetzt keine Zeit mehr für Masdar City, einer noch weiter außerhalb gelegenen Modellstadt für grüne Technologien. Das wäre bestimmt auch spannend gewesen.

Da die Stadt nicht gerade zu einem Stadtbummel einlud, begab ich mich wieder in ein Einkaufszentrum, wo ich meinen Hunger stillte. Anschließend ging es dann auch schon wieder zurück zum Flughafen, denn meinen Flug nach Hause wollte ich ja auf keinen Fall verpassen. Und so stieg ich mitten in der Nacht das letzte Mal auf dieser Reise in ein Flugzeug. Dieses hier sollte mich nun also nach mehr als sieben Monaten wieder nach Hause bringen, was es auch ohne Zwischenfälle schaffte.

Als ich dann in Berlin das Flugzeug wieder verließ, war meine Reise nun wohl wirklich zu Ende. Ein wenig schwer zu glauben, wieder zu Hause zu sein, aber irgendwie freute ich mich auch auf die Abenteuer, die mich zurück in Deutschland in der Zukunft erwarten würden.

2 Antworten

  1. Inge Wölke
    | Antworten

    Hallo Robert, danke für die interessanten Reiseberichte und den sehr schönen Fotos. Ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr
    wünschen Inge und Horst Wölke

    • Robert
      | Antworten

      Hallo Inge, hallo Horst,

      freut mich, dass Euch die Berichte und Fotos gefallen haben! Auch Euch ein Frohes Fest und einen guten Start im neuen Jahr!

      Viele Grüße

      Robert

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