Appalachian Trail 2014: Der Zustieg
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Appalachian Trail 2014: Der Zustieg

Es wird ernst: Am 19. Februar 2014 machen uns auf DEN Weg – den Appalachian Trail, das eigentliche Ziel unseres USA-Aufenthaltes.

Heute wird Franklin uns in Amicalola Falls absetzen, von wo aus wir dann ca. den 9 Meilen langen Zustieg („Approach Trail“) zum eigentlichen Trail wandern.

Aber von vorn: Zunächst einmal werden wir von dem Geruch von gebratenem Schinken und Rühreiern geweckt. Als ehemaliger Thruhiker (Franklin wanderte den AT 2008) weiß er genau, was wir am morgen der Abreise brauchen und serviert uns ein deftiges Frühstück.

Anschließend fährt er uns zur Post, wo wir all die Dinge verschicken, die wir zunächst einmal nicht mehr brauchen werden, wie zum Beispiel Badesachen. Dann geht es Richtung Trail. Aufgeregt sitzen wir im Auto, während Franklin sich amüsiert und von seinen Gefühlen kurz vor dem Start erzählt.

Nach ca. 40 Minuten Fahrtzeit sind wir am Ausgangspunkt zum Appalachian Trail Zustieg, Amicalola Falls State Park, angelangt. Das Wetter ist großartig für eine Wanderung: Ca. 13 Grad und ein wenig bewölkt. So warm hatten wir es eigentlich Mitte Februar nicht erwartet, aber beschweren wollen wir uns natürlich nicht!

Im Park gibt es eine kleine Rangerstation. Draußen findet sich eine Waage, an die wir gleich mal unsere Rucksäcke hängen. Meiner wiegt ca. 11 kg, die der Jungs jeweils ca. 2 kg mehr. Und da sind schon je 2 Liter Wasser und Essen für ca. 4 Tage mit dabei. So leicht waren wir noch nie unterwegs!

Drinnen gibt es den obligatorischem Souvenirshop und die Wandererregistrierung. Dort werden wir aufgrund der Rucksäcke gleich als angehende Thruhiker erkannt und bekommen eine Liste, in der wir uns mit Namen und Adresse registrieren. Unsere Startnummern lauten 71, 72 und 73. Das heißt, es haben sich in diesem Jahr bereits 70 weitere Hiker vor uns registriert.

Jetzt sind wir also offizielle Wanderer. Ich bekomme nasse, zittrige Hände, lasse mir aber nichts anmerken. Wir albern noch etwas mit Franklin herum und schießen letzte Fotos, bevor wir uns von ihm verabschieden. Wir können ihm gar nicht genug für alles danken, was er für uns getan hat! (Man, if you are reading this here: THANK YOU, we really appreciated your kindness and care and hope to see you again someday!)

Der Weg zum eigentlichen Startpunkt des Appalachian Trail führt uns ca. 9 Meilen weit und zeigt uns sofort, was Sache ist. Ging es denn gleich mal 175 Stufen an einem Wasserfall entlang hoch. Geschrieben hört es sich gar nicht so viel an, aber wir merkten es während dessen ganz schön in den Waden. Oben angekommen ging es erstmal immer der blauen Wegmarkierung nach. Einige Meilen später treffen wir „Redleg“, einen anderen Hiker mittleren Alters, der die gleichen Ambitionen hat wie wir und auch bis nach Maine laufen will. Wir werden ihm wahrscheinlich noch häufiger begegnen.

Kurz vor Einkehr der Dunkelheit kommen wir in Springer Mountain an und treffen dort zu unserer Überraschung noch ein Pärchen in unserem Alter, das ebenfalls vorhat, 3500 Kilometer zu wandern. Wir sagen ihnen kurz “ Hallo“ und Robert und ich stellen uns schon mit unseren Trailnamen vor: Milkmonsta und WALL-E. Philipp muss noch „getauft“ werden. Jeder Hiker gibt sich selbst einen solchen Namen oder bekommt ihn von anderen. Man kennt sich unter den Wanderern am Ende oft nur unter dieser Identität. Franklin gab uns diesbezüglich den Tipp, zumindest von Leuten die man sehr mag, auch noch die richtigen Namen zu erfragen, da man „Snickers“ und “ Couchpotato“ sonst beim besten Willen nie wieder findet.

Um ca. 19 Uhr bauen wir unsere Zelte auf und kochen unser Abendbrot. Es gibt Reis, Thunfisch aus der Dose und Karotten. Zum krönenden Abschluss die Reste unserer kostbaren Milka Schokolade. Satt und glücklich wollen wir nur noch ins Bett, aber halt, eine Sache fehlt noch: Um nachts nicht von Mäusen oder gar Bären belästigt zu werden, müssen wir unsere gesamten Lebensmittelvorräte und duftende Kosmetik an eine speziell dafür vorgesehene Vorrichtung hängen. Um ca. 21 Uhr können wir endlich beruhigt schlafen gehen.

16 Antworten

  1. Ulf
    | Antworten

    Hallo Ihr 3,
    endlich seid Ihr auf dem Trail angekommen. Gibt es eigentlich den Roger (many sleeps) am Startpunkt noch? Wünsche Euch viel Spaß und gutes Wetter für die nächste Zeit. Das Rucksackgewicht zwischen 11kg und 13kg ist doch klasse, damit kann man es gut eine zeitlang aushalten …

    • Katerina
      | Antworten

      Hallo Ulf,

      wir haben Many Sleeps nicht leider nicht getroffen. Vielleicht waren wir aber auch einfach zu früh dran. Die Rucksäcke machen echt Spaß, denn das Gewicht lässt sich noch bequem tragen.

  2. Stefie&Basti
    | Antworten

    Schön, dass es endlich losgeht. Wir wünschen Euch alles Gute für Eure Reise!

  3. Carmen
    | Antworten

    Also Willi hat euch erst einmal um das Frühstück beneidet, gebratener Speck ist auch eine Leidenschaft von ihm.
    Nun aber viel Spaß, obwohl der Anfang mit den vielen Stufen hätte mir schon gereicht, tolle Erlebnisse und viele schöne Begegnungen.
    Freuen uns auf neue Geschichten
    Gruß Willi und Carmen

  4. Paul
    | Antworten

    Nun wird’s also ernst. Ich habe riesigen Respekt vor euch. Bisher war es eine Reise nach meinem Geschmack, nun kommt die Herausforderung. Ihr schafft das!

  5. christiane
    | Antworten

    Ja, dann frohes Wandern. Paeckchen ist inzwischen in West Chester angekommen. Na dann kommt mal hinterher ;)
    Vielleicht kann ich ja Milka Schokolade fuer’s Wiedersehen auftreiben…

    • Katerina
      | Antworten

      Danke für die Info! Das freut uns. Wir werden uns Mühe geben, es dem Päckchen gleich zu tun. ;-)

  6. Henrik
    | Antworten

    Hallo ihr drei,
    freu mich riesig für euch, dass es jetzt endlich los geht :-) Bin schon gespannt darauf, welchen verrückten Namen/Leuten ihr begegnen werdet und auf die nächsten Abenteuer :)

    Viele Grüße aus Dresden,
    Henrik

  7. Basisstation
    | Antworten

    Na dann mal gut Fuss!! Noch schauen wir in lachende Gesichter. Doch Ihr schafft das. Augen zu und durch.
    Hoffentlich sind die ersten Erkältungsmonster schon auf der Strecke geblieben.
    Liebe Grüße an das Trio von
    V+M (V+C)

    • Katerina
      | Antworten

      Was sind denn Erkältungsmonster?

      • Basisstation
        | Antworten

        Das sind kleine eklige Begleiter, die einem das Leben schwer machen können, wie Husten Schupfen, Heiserkeit. Doch Indianerkinder überstehen das meist schnell, nicht wahr Robert ?? :-)) !!

        • Robert
          | Antworten

          Es gibt nur ein Monsta auf dem Trail! ; -)

  8. Uwe und Beate ( P+M)
    | Antworten

    Liebe Wanderer, Ihr seid on! Das freut uns sehr! Wir staunen über Euer weniges Gepäck und hoffen mit Euch, dass Euer Essen immer reicht, es nicht kalt oder oft nass wird! Verlauft Euch nicht!
    Wir denken immer an Euch und wünschen Euch flinke, gesunde Füsse und viel Ehrgeiz, den trail zu bezwingen!
    Herzliche Grüsse von Uwe und Beate ( P+M)

  9. Bubu
    | Antworten

    Wall-E finde ich gut! Einer von Euch könnte doch auch Mac Gyver heißen!? (Diese Position ist wohl schon zu häufig besetzt? )
    Spass muss sein!
    Herzlichst Bubu

  10. Daydreambeliever
    | Antworten

    Oh ich beneide euch soo! Auch will! Aber jetzt wirds langsam Zeit für die nächste Geschichte bin gespannt wie es weitergeht? Habt ihr schon Blasen? Schlaft ihr in Sheltern oder Zelt?
    Liebe Grüße.

  11. Polarfuchs
    | Antworten

    oooch, die meisten leute findet man wieder, zumindest wenn sie einen Blog verfasst haben oder sich in irgendwelchen dubiosen (deutschen) Outdoorforen herumtreiben ;-)

    Aber aus Wall-E ist natürlich Wally geworden ;-)
    Und ihr habt mal zusammen mit einem Penguinman, Cannonball, AP,Kurt & Craig, Pillow, Caribu , Meepa, and Turtle übernachtet ;-)

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